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Ausgezeichnete Architektur im Kanton Zug – Architektur-Blog Immobilien Häuser Villen Lofts

Ausgezeichnete Architektur im Kanton Zug – Architektur-Blog

15.03.2007 von Lofthome Immobilien AG

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Gute Bauten im Kanton Zug: Der Städtebau-Experte Vittorio Lampugnani im Interview

Ausgezeichnete Architektur im Kanton Zug

Im vergangenen November haben die Baudirektion des Kantons Zug, die Stadt Zug und das Bauforum Zug acht Bauten – sowohl Wohnhäuser als auch öffentliche Gebäude – im Kanton Zug prämiert. Diese «Auszeichnung guter Bauten» wurde nach 1996 zum zweiten Mal durchgeführt. Die fünfköpfige Jury auswärtiger Fachpersonen las nach intensiven Diskussionen aus den 116 eingereichten Arbeiten acht (siehe Beitragsende) aus, die ein besonders erfolgreiches Zusammenspiel von Bauherr, Architekt und ausführenden Firmen aufwiesen.

Der Jury-Vorsitzende und ETH-Professor Vittorio Lampugnani erklärt im Interview mit der «Zuger Presse», wieso die Wahl gerade auf diese Bauten fiel.

Herr Lampugnani, was ist für Sie ein «guter Bau»? Lässt sich das überhaupt einigermassen objektiv bestimmen?
Die Qualität eines Bauwerks lässt sich jenseits von Fragen des persönlichen Geschmacks weitgehend objektiv bestimmen. Sie hängt von seiner Brauchbarkeit ab, von seinem Beitrag zur unmittelbaren städtischen oder ländlichen Umgebung, von seiner Konstruktion, von seiner Zugehörigkeit zu einer Baukultur. Freilich ist nicht alles objektivierbar, und ein Spielraum für subjektive Einschätzungen bleibt. Deswegen braucht es auch Jurys: damit über diesen subjektiven Teil debattiert und eine argumentative gemeinsame Meinung gefunden werden kann.

Welche Eigenschaften der nun prämierten Bauten machten es aus, dass genau diese Bauten aus 116 eingereichten Arbeiten auserkoren wurden?
Eben ihre Qualität. Genauer gesagt: ihre Funktionalität, ihre städtebauliche Einbindung, ihre konstruktive Durcharbeitung, die Sorgfalt der Ausführung, die Angemessenheit des Budgets und nicht zuletzt ihre Schönheit. Dass wir in der Jury gerade über Letztere am Intensivsten (und am Kontroversesten) diskutiert haben, können Sie sich vorstellen.

Es wurden Wohnhäuser ebenso wie öffentliche Bauten prämiert. Gelten da nicht ganz andere Kriterien? Ist das überhaupt vergleichbar?
Natürlich ist eine noble Stadtvilla etwas anderes als ein Jugendtreff. Aber gute Architektur hängt nicht von der Aufgabe und dem verfügbaren Geld ab, und ein sparsames Haus kann durchaus die gleiche oder sogar mehr architektonische Qualität aufweisen als ein opulentes Palais. Insofern waren selbst die unterschiedlichsten Bauten, die wir begutachtet haben, miteinander vergleichbar: in der Art und Weise, wie die Verantwortlichen mit den teilweise weit auseinanderklaffenden Bedingungen umgegangen sind, die ihnen vorgegeben waren.

Inwiefern soll ausgezeichnete Architektur auch dem Durchschnittsbürger gefallen? Das Wohn- und Geschäftshaus Bernold an der Bahnhofstrasse in Zug betrachten wohl viele als «schwarzen Klotz» oder eine Flachdach-Villa als unpassend inmitten Gebäuden aus dem 19. Jahrhundert.
Architektur ist ein öffentliches Gut und muss zu guter Letzt immer dem Bürger gefallen. Nur muss der Bürger auch lernen, anspruchsvolle Architektur zu schätzen. Das braucht intellektuelle Auseinandersetzung und Zeit. Und zuweilen geht das nicht ohne Konflikte ab.

Mit einer einzigen Ausnahme sind alle Architekten und Bauherrschaften aus dem Kanton Zug. War das Bedingung?
Nein, das ist reiner Zufall.

In drei Fällen taucht der Name eines Architekturbüros bei den prämierten Bauten gleich zweimal auf: Philipp Brühwiler, Wiederkehr Krummenacher Architekten und Dettli Nussbaumer Architekten, alle drei aus Zug. Inwiefern spielen bei der Prämierung von Bauten Namen eine Rolle?
Bei der Prämierung von Bauten spielen Namen keine Rolle. Gerade im Fall von Philipp Brühwiler ist es uns nicht leicht gefallen, den gleichen Architekten zweimal zu prämieren. Aber letztlich ging es uns nicht um den Architekten, sondern um seine Architekturen. Und sie schienen uns die Auszeichnung wert: beide.

Was bedeutet so eine doppelte Auszeichnung für ein Zuger Architekturbüro?
Es ist durchaus möglich, dass es internationalen Ruhm erlangt, aber natürlich nicht zwingend.

Wie wirken sich die Auszeichnungen auf die künftige Bautätigkeit aus?
Wir haben die Auszeichnung guter Bauten im Kanton Zug nicht als Architekturpreis im gängigen, engeren Sinn aufgefasst. Für uns ist sie die öffentliche Anerkennung des ausgewogenen, engagierten und erfolgreichen Zusammenspiels von Bauherr, Architekt und ausführenden Firmen. Insofern hoffen wir, mit unseren Voten diese Zusammenarbeit zu ermutigen; und mit ihr die Produktion von guter Architektur.

Können die besten Bauten von Zug auch bei den besten Bauten der Gesamtschweiz noch mithalten?
Ja, das können sie fraglos. Wenn sie es nicht täten, hätten wir sie nicht ausgezeichnet. Wir verstehen den Preis nicht als provinziellen Preis, und wir verstehen uns natürlich auch nicht als provinzielle Jury.

Welche drei Gebäude würden sie spontan nennen, wenn sie nach den drei besten Bauten weltweit gefragt würden?
Das ist fast wie die Frage nach den Büchern, die man auf die einsame Insel mitnehmen will. Aber warum nicht? Das Farnsworth House von Ludwig Mies van der Rohe, unweit von Chicago, die Casa del Fascio von Giuseppe Terragni in Como und die Stockholmer Bibliothek von Gunnar Asplund.

Eine Broschüre über die ausgezeichneten Bauten ist beim Hochbauamt des Kantons Zug, Postfach, 6301 Zug, über Telefon 041 728 54 00 oder direkt hier bei lofthome.ch am Ende dieses Beitrags.

Die acht ausgezeichneten Zuger Bauten …
… und was Vittorio Lampugnani darüber sagt:

• Terrassenhäuser Aesch, Chellenstrasse 14/16, Walchwil (1998, Architekt Philipp Brühwiler): Stellen die virtuose Interpretation eines umstrittenen Bau- und Siedlungstypus dar, die sich durch Klarheit und elegante Behutsamkeit auszeichnet.
• Kaufmännisches Bildungszentrum Zug, Aabachstrasse 7 (2001, Wiederkehr Krummenacher Architekten): Ein Beispiel für einen hervorragenden Schulbaustandard, durchaus nüchtern, aber brauchbar, übersichtlich und licht.
• Sporthalle Zug, General-Guisan-Strasse 2 (Bétrix & Consolascio Architekten): Auf den ersten Blick unscheinbar, entpuppt sich aber als innovative und raffinierte Etüde zum Thema Transparenz, die mit souveränem Können die Aufgabe erfüllt und sie zugleich künstlerisch überhöht.
• Stadtvillen Schönegg, Zug (2001, Architekt Philipp Brühwiler): Stellen mit ihrer ausgewogenen freien Anordnung und ihrer räumlich anspruchsvollen Parkanlage einen bemerkenswerten Beitrag zur Thematik des anspruchsvollen Wohnens am Stadtrand dar.
• Stadtvillen am Rötelberg, Blasenbergstrasse 27 & 29, Zug (2005, Dettli’Nussbaumer Architekten): Leben aus dem Kontrast der reduzierten, sorgfältig materialisierten Formensprache ihrer Fassaden und der inneren Vielfalt ihrer Wohnungsorganisation.
• Wohn- und Geschäftshaus Bernold, Bahnhofstrasse 7, Zug (2005, Wiederkehr Krummenacher Architekten): Ein gelungener Beitrag zum Thema des innerstädtischen Bauens, der sich durch ausgeprägten Charakter und zugleich durch angenehme Zurückhaltung im Strassenbild auszeichnet.
• Ökihof und Jugendtreff Furenmatt, Cham (2005, Zumbühl & Heggli Architekten): Überrascht nicht nur durch die neuartige und anregende Kombination von Nutzungen, sondern auch durch die unprätentiöse und geradezu witzige Auseinandersetzung mit einem eigenwilligen Bestand und einem minimalen Budget.
• Wohnüberbauung Erlimatt, Oberägeri (2005, Dettli’Nussbaumer Architekten): Schlägt eine ebenso neuartige wie intelligente Typologie vor und verbindet eine radikal reduzierte, moderne Formensprache mit freundlich-ländlicher Ausstrahlung.

Quelle: Zuger Presse, Interview: Annette Wirthlin

Gute Bauten im Kanton Zug: die ausgezeichneten Werke

die ausgezeichneten Werke, PDF Broschüre 6.4 MB

 

 

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